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Foto eines Leuchtturms als Symbol für Orientierung

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Migration

Aufgaben und Ziele

Migration (lat. = Wanderung) bezeichnet als sozialwissenschaftlicher Begriff die Wanderungsbewegung von Menschen, die ihren Hauptwohnsitz längerfristig oder dauernd verlegen, ungeachtet der jeweiligen Ursachen Weltweit haben die Wanderungen in den letzten Jahrzehnten enorm zugenommen, verursacht durch Bedrohungen verschiedenster Art wie Aufstände, Kriege, Umweltveränderungen oder Verelendung durch Lebensmittel- und Wasserknappheit, Arbeitslosigkeit usw. Wanderungsbewegungen hat es schon zu allen Zeiten weltweit gegeben.

In Europa fanden nach dem und durch den 2. Weltkrieg große Wanderungsbewegungen statt, vor allem in Osteuropa und Deutschland. Als weiterer großer Zuwanderungsschub in die Bundesrepublik kamen ab Mitte der 50er Jahre Millionen „Gastarbeiter" für den deutschen Arbeitsmarkt bis zum Anwerbestopp 1973 Später kamen Spätaussiedler, dann Asylbewerber und Kriegsflüchtlinge. Viele davon blieben in Deutschland, und durch den Familiennachzug lebt inzwischen die zweite und dritte Generation von Menschen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik. Ende 2002 lebten in der Bundesrepublik 7,33 Millionen Migrantinnen und Migranten, (= knapp 9% der Bevölkerung), darunter ca. 1,9 Mio. aus den Staaten der Europäischen Union. Die türkischen Staatsangehörigen bildeten mit etwas über 1,9 Millionen die größte Gruppe.

Mit dem Begriff Migration wird aktuell Einwanderung (Immigration) bzw. Zuwanderung erfasst, wobei nach einer Empfehlung der Vereinten Nationen Zuwanderung verwendet wird, wenn eine Person ein Jahr im Zielland lebt.

Nach der Zustimmung des Bundesrates Anfang Juli tritt am ’I Januar 2005 das Zuwanderungsgesetz in Kraft und löst das seit 1991 bestehende Ausländergesetz ab.

1978 wurde das Amt einer/s von der Bundesregierung Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration geschaffen (bis 2002 Beauftragte der Bundesregierung für Ausländerfragen), um die Regierung unabhängig und beratend bei der Integrationspolitik und dem Zusammenleben von Ausländern und Deutschen zu unterstützen. In den Bundesländern, in Kreisen, Städten und Gemeinden gibt es seit vielen Jahren Integratlons-/Ausländerbeauftragte, die sich für die Integration der Migrantinnen und Migranten einsetzen, indem sie gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen verbessern sowie die Bemühungen von Verwaltungen und den vielseitigen Initiativen koordinieren.

Die Inanspruchnahme der Angebote des Gesundheitswesens seitens der Migrantinnen und Migranten sowie Art und Qualität der Angebote sind defizitär. Für das Gesundheitswesen und die Prävention und Gesundheitsförderung ist daher Migration seit mehreren Jahren ein wichtiger Themenschwerpunkt.

Aus dem Amt der Integrationsbeauftragten wurde festgestellt, dass auf Seiten des Gesundheitswesens vor allem dafür verantwortlich ist:

  • Mangelnde Informationen über das Migrationsgeschehen und die Wanderungsentwicklung,
  • monokulturelle Ausrichtung und wenig Sprachenvielfalt,
  • Sichtweise auf den Bedarf ist versperrt, - wenig bis kein Kontakt zur Zielgruppe,
  • ausgeprägte Komm- Struktur und wenig Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten.

Zugangsbarrieren bestehen auf Seiten der Migrantinnen und Migranten u.a. durch:

  • Hemmungen vor deutschen Institutionen aufgrund von Erfahrungen, Vorstellungen und negativen Bildern,
  • Sprach- und Verständigungsprobleme,
  • wenig Informationen über bestehende Angebote und Unkenntnis über die Palette von Angeboten, Diensten und Einrichtungen und Angst vor ausländerrechtlichen Konsequenzen bei Inanspruchnahme von Leistungen (nicht nur bei Asylbewerbern und Menschen ohne Papiere).

Durch verschiedene Maßnahmen im Gesundheitsbereich soll die „interkulturelle Offnung der Regeldienste" verbessert werden. Dazu gehört u. a die Erweiterung des Angebotes, Aufbau von interkulturellen Teams, interkulturelle Inhalte in der Fort- und Weiterbildung, Einsatz von Sprachmittlern. Zahlreiche Initiativen von Verbänden helfen, die gesundheitliche Beratung und Versorgung und die gegenseitige Information zu verbessern. Dazu gehört u. a. der in Kooperation mit dem Bundesweiten Arbeitskreis „Migration und öffentliche Gesundheit" erstellte und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung herausgegebene Informationsdienst „Migration und öffentliche Gesundheit", der viermal jährlich gedruckt und ständig aktualisiert im Internet (www.infodienst.bzga.de) eingestellt wird.

Die gesamte Liste von Institutionen zum Thema "Migration" im Wegweiser finden Sie hier.

Im folgenden sind beispielhaft einige Institutionen aufgeführt:


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung / Maarweg 149 - 161 / 50825 Köln / Tel +49 221 8992-0 / Fax +49 221 8992-300 /
E-Mail:
poststelle(at)bzga.de / E-Mail für Bestellungen von Medien und Materialien: order(at)bzga.de

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist eine Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.